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Großes Interesse fand die Führung „Verborgene Kapellen und Kirchen in Feldkirch“, die zahlreiche Besucherinnen und Besucher zu drei außergewöhnlichen und normalerweise verschlossenen Sakralbauten führte. Dabei wurde schnell deutlich, wie viele kunsthistorischen Kostbarkeiten sich oft unbeachtet direkt vor unserer Haustüre befinden.
Mit großer Begeisterung, enormem Wissen und spürbarer Leidenschaft verstand es Werner Gerold, Geschichte und Kunst lebendig werden zu lassen. Seine lebendigen Erzählungen machten die rund zweistündige Führung zu einem besonderen Erlebnis.
Erste Station war die Kapelle am Margarethen-Kapf, die wohl einzigartig ist: Unter ihr führt seit vielen Jahrhunderten tatsächlich eine Straße hindurch. Das liebevoll von Architekt Bernhard Marte restaurierte Gotteshaus beeindruckte ebenso durch seine Lage wie durch seine Geschichte. Werner Gerold berichtete von packenden Details über die dramatische Schlacht an dieser Stelle im Jahre 1799 zwischen den französischen und österreichischen Truppen während des Zweiten Koalitionskrieges. Dabei bewiesen auch die Frauen Mut und Stärke und die anrückenden französischen Truppen wurden vernichtend geschlagen.
Die Heiligkreuz-Kapelle, eine Stiftung des letzten Montforter Grafen, empfängt die Besucher bereits außen mit einer eindrucksvollen Christophorusfigur. Der Heilige Christophorus galt früher als unverzichtbarer Schutzpatron für Reisende und Pilger. Im Inneren befinden sich faszinierende mittelalterliche Fresken: Christus als Weltenrichter, Teufel, die Sünder in die Tiefe ziehen, sowie zahlreiche Heilige wie die Hl. Ottilie oder der Hl. Antonius, im Volksmund auch „Su-Tone“ genannt, der passenderweise mit einem Schweinchen dargestellt wird.
Ein besonderer Höhepunkt war für viele Teilnehmende jedoch das kleine Magdalena-Kirchlein in Feldkirch-Levis neben der liebevoll restaurierten Jugendherberge, die einst als Siechenhaus diente. Die Kirche erwies sich als wahres Schatzkästchen: Außergewöhnlich schöne Fresken, eindrucksvolle frühbarocke Altäre und eine bemerkenswerte künstlerische Qualität beeindruckten die Besucherinnen und Besucher nachhaltig. Besonders hervorzuheben ist ein Altargemälde, das Maria mit den Heiligen Drei Königen zeigt und trotz unbekannter Urheberschaft von außerordentlicher Qualität ist. Bedauerlich bleibt lediglich, dass der Hauptaltar die Sicht auf ein beeindruckendes Fresko mit der Kreuzigung Christi verdeckt.
Die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dankten Werner Gerold am Ende mit langem Applaus für die beeindruckende und äußerst informative Führung. Viele werden sicherlich gerne wieder an einer seiner kunst- und kulturhistorischen Entdeckungsreisen teilnehmen.
Text: von Frau Inge Kager
Fotos: privat















