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Grüß Gott!

Grüß Gott – so hat früher landauf und landab gegrüßt. „Guten Morgen“ oder „guten Abend“ hat niemand gesagt. Und man hat den Gruß ernst genommen, denn dieser Gruß war nicht nur Ausdruck des Willkommen-Heißens sondern vor allem Zeichen des Respekts gegenüber dem anderen. Man hat auch nichts Schöneres und Dankbarerers auf diesen Gruß zu antworten gehabt als ein ebensolches „Grüß Gott“.

Das tägliche Leben und der Alltag unserer Eltern und Vorfahren war von einer tiefen Gottverbundenheit geprägt. Das Wort „Gott“ haben sie oft mehrmals am Tag gebraucht. So zum Beispiel sagten sie „Gott sei Dank“ oder „Vergelt’s Gott“. Und für ein „Vergelt’s Gott 1000x in Himmel aui“ waren sie auch bereit, alles zu geben und zu tun. Ja, ein „Vergelt’s Gott“ galt damals viel.

Und hat jemand geniest, dann sagte man „Helf Gott“ und die Antwort war „Gott Dank“. Dieser Brauch stammt noch aus der Pest-Zeit. Niesen war schon immer ein Zeichen der Infektion und zugleich eine Gefahr, dass man andere damit anstecken könnte. Da kann nur Gott helfen. Wir ahnen ja gar nicht, wieviel Not und Gebet hinter diesem „Helf Gott“ einmal gesteckt haben.

Bei dieser Gottverbundenheit ist es also nicht zu wundern, dass diese auch im Gruß zum Ausdruck kam und noch kommt. Wenn allerdings das „Grüß Gott“ sagen bei uns stark abgenommen hat, vor allem bei den Jüngeren, dann wohl deshalb, weil ein christlicher Brauch dort schwindet, wo er nicht mehr verstanden wird oder wo er sinnlos geschieht. Das Wort Brauch oder Brauchtum kommt ja vom brauchen. Und wo der Glaube fehlt, braucht der Mensch keinen religiösen Ausdruck mehr.

Grüß Gott ist eine Höflichkeitsform, der Ausdruck der Achtung und auch der Zuneigung.

Der Heilige Paulus hat einmal gesagt „alles was ihr in Worten und Werken tut, das geschehe im Namen des Herrn“.

Und was in Gottes Namen geschieht, trägt auch seinen Segen in sich. Darum ist Grüß Gott nicht nur ein Gruß, sondern auch und vor allem ein ausgesprochener Segenswunsch.