Führung durch das jüdische Viertel in Hohenems

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Führung durch das jüdische Viertel in Hohenems

Dienstag, 11.10., 14:30 - 16:30

Jüdisches Viertel und jüdischer Friedhof

Bei der Führung erfahren wir über das jüdische Leben in Hohenems vom 17 Jh. bis zur Deportation der letzten Jüdin 1942. Das jüdische Viertel in Hohenems gilt weit über Vorarlberg hinaus als eines der wenigen so lückenlos erhalten gebliebenen Ensembles mit jüdischer Geschichte.

Zusammen mit der ehemaligen Christengasse (heute Marktstraße) bildet das ehemalige jüdische Viertel den urbanen Kern von Hohenems. Der heutige Baubestand des jüdischen Viertels geht auf das ausgehende 18. und das 19. Jahrhundert zurück. Erhalten sind – neben den Wohnhäusern der jüdischen Familien – auch noch alle Gebäude, die ehemals religiösen oder sozialen Gemeindefunktionen dienten: die Synagoge, die Mikwe (Ritualbad), das Schulhaus sowie das jüdische Armenhaus. Der Platz vor der Synagoge (heute Solomon-Sulzer-Saal) im Zentrum des Jüdischen Viertels wird auf einer Seite von mächtigen städtischen Bürgerhäusern umrahmt, die Ende des ausgehenden 18. Jahrhunderts erbaut worden sind. Um die Synagoge selbst stehen bis heute die vielen kleinen und auch weniger repräsentativ ausgestatteten Wohnhäuser der jüdischen Handwerker und Hausierer. Die architektonisch herausragenden Gebäude des Viertels bilden die drei im klassizistischen Stil errichteten Villen der jüdischen Fabrikantenfamilie Rosenthal, die zwischen 1848 und 1889 erbaut worden sind. (Autor: jüdisches Museum, Hohenems).

Der jüdische Friedhof in Hohenems ist ebenso alt wie die erste Ansiedlung von Juden im Jahr 1617, als Graf Kaspar von Hohenems zwölf jüdische Familien aus Süddeutschland und der Schweiz (Rheineck) in seiner Reichsgrafschaft aufnahm. Er wies ihnen dabei auch ein Stück Land im so genannten „Schwefel“, am Ortsende von Hohenems, zu, das sie für jüdische Begräbnisse nutzen konnten. Der Friedhof liegt an einem bewaldeten Abhang des „Schwefelberges“. Insgesamt dürften weit über 500 Gräber auf dem Gelände liegen. 370 Grabsteine sind bis heute erhalten geblieben. Im Gegensatz zur christlichen Tradition darf ein Grabplatz im Judentum nur einmal vergeben werden. Das den Toten umgebende Erdreich wird als Eigentum des Verstorbenen respektiert. Diese Unauflösbarkeit jüdischer Grabstätten macht jüdische Friedhöfe zu besonders bedeutenden kulturhistorischen Zeugnissen.

Obwohl die Jüdische Gemeinde von Hohenems aufgelöst wurde, existiert der Friedhof bis heute weiter. Verschiedene Menschen wurden seither dort begraben und einige Nachkommen und in Vorarlberg lebende Juden haben sich bereits Grabplätze für die Zukunft reservieren lassen.
Text (Vorarlberg Tourismus) / Foto (Martin Vogel)

Termin:          Dienstag, 11. Oktober2022, 14.30 -16.30 Uhr
Treffpunkt:    beim jüdischen Museum in Hohenems
Beitrag:          € 15,– inkl. Führung
Begleitung:   Christl Stadler

Anmeldung: Donnerstag, 6.Oktober

 

Details

Datum:
Dienstag, 11.10.
Zeit:
14:30 - 16:30
Kategorie:

Veranstaltungsort

Domino Frastanz
Kirchplatz 4
Frastanz, 6820 Österreich
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Telefon:
0043 5522 51769-40

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